Creations


Die ersten gemeinsamen Konzerte zweier außergewöhnlicher Orchester:
What`s New Orchestra, München und Moving Home Ensemble, Berlin präsentieren im November 2007 drei verschiedene Konzerte in Berlin und Umland.
Jeder-Jede spielt, was er-sie spielen kann.
Die üblichen Grenzziehungen zwischen Profis und Laien finden in diesen Orchestern nicht statt. Der Prozess der eigenen Integration, des sich-Neu-und-Ganz-Fühlens im musikalischen Erleben, nährt alle Musizierenden.
Moving home!
Menschen kommen zusammen, um Musik zu machen und zwar unmittelbar als Erlebnis. Auch hier wird nicht getrennt: eine Probe wird zur Aufführung, ist Aufführung. Das Üben ist Musizieren - mit Freude an intensiver Selbsterfahrung. Der trennende Vergleich fehlt. In der Gemeinschaft mit anderen Musikern macht jeder Einzelne seine Erfahrung und wächst unmerklich an der Musik und in die Musik hinein. Jeder spielt nur das, was er spielen kann. So sitzen Profis neben Laien und arbeiten an anspruchsvollen Werken oder improvisieren mit und ohne Formen. Vergleichende Kategorien wie Klassik, alte, neue, U- oder E-Musik, Improvisation und Komposition, verlieren ihren abgrenzenden Charakter.
I SEE WE ARE ist als ein Erfahrungs-Zeit-Raum zu verstehen, in dem sich während der Konzerte auch der Zuhörer befindet. Durch seine Aufmerksamkeit, sein Miterleben gibt er ein spürbares Feedback. Das Konzert wird zum Erlebnisprozess für alle.
Das Münchener What’s New Orchestra unter der Leitung von Martin Fredebeul besteht im Kern aus Saxophonen (vom Sopranino bis zum Bass), angereichert mit Violoncelli, Klarinetten und Bassklarinette. Diese Musiker treffen sich zu gemeinsamen Konzerten mit dem Berliner Saxophonensemble von Cornelia Ottinger, dem Moving Home Ensemble. Sie kommen zusammen, um das eigens für beide Orchester komponierte Doppelkonzert für Bayan (ein russisches Akkordeon), Violoncello und Orchester von Paul Mertens-Pavlowsky zu spielen. Eine bisher noch nicht da gewesene Besetzung.
Der Bayan-Virtuose Vyacheslav Nedosekin reist aus Moskau an, um mit Barbara Mader am Violoncello die Soloparts zu übernehmen. Damit wird auch ein russischer Akzent gesetzt. Modest Mussorgsky „Bilder einer Ausstellung“ und Dmitri Schostakowitsch stehen auf dem Programm. Zuvor waren sie dem Komponisten Mertens Motivation und Motivgeber für sein Doppelkonzert, das als fest gefügte Komposition, offen für immer wieder neue Besetzungen ist. So bereichert in der Creation „I SEE WE ARE“ die Oboistin Johanne Braun den Orchesterklang.
Thema des „Memento 09.11.“ in der Gethsemane-Kirche ist die Erinnerung an die leben- und geisttötenden Ereignisse um das Jahr 1938. Die einundachtzigjährige Zeitzeugin und Schauspielerin Dörthe Mahraun liest Texte des blinden französischen Widerstandskämpfers Jacques Lusseyran. Mit der Gethsemane-Kantorei werden Choräle aus der Bachschen Matthäus-Passion aufgeführt, ebenso das Doppelkonzert. Dieses wird in der Villa Elisabeth zur Double Creation erweitert. Dem „klassisch“ orientierten Konzertteil folgt Jazz der Formationen Clearing Trio und The River. Den Brückenschlag vollzieht das Storm Duo und das Djembé-Percussion-Ensemble von Janos Crecelius. Schlusspunkt dieses München-Berlin-Moskau-Orchesterprojektes sind „Internationale Festmusiken“ gespielt in der Kirche von Grüneberg im Löwenberger Land. Wieder findet das Doppelkonzert neue Bedingungen: Ort und Akustik wechseln, andere Menschen hören zu, ein neuer Zeit-Raum-Rahmen wird erlebbar. Die Musiker erleben sich in der Creation je nach Ort, Zeit und Programm immer wieder anders. Und ihnen, wie auch den Zuhörern wird das Musikerlebnis zur Erkenntnis: I SEE WE ARE.
So stehen alle drei Konzerte in einem engen Zusammenhang.
Jedes bietet dem Zuhörer etwas nicht zu Erwartendes, nicht Planbares - Neues.
Das What’s New Orchestra und das Moving Home Ensemble spielen:
3. Creation: „I See We Are”
Fr. 9.11.2007 20:00uhr Gethsemane-Kirche Stargarderstr. 77 Berlin/Prenzlauer Berg
„Memento 09.11. musik und texte“ mit dem Chor Gethsemane-Kantorei unter der Leitung von Elisabeth Kaiser
Musik von Johann Sebastian Bach, Modest Mussorgsky, Dmitri Schostakowitsch, Paul Mertens-Pavlowsky, u.a. mit den Solisten: Barbara Mader - Violoncello, Vyacheslav Nedosekin - Bayan (russ. Akkordeon) Dörthe Mahraun liest Texte von Jacques Lusseyran
Eintritt: 5 €
Sa.10.11.2007 18:00uhr Villa Elisabeth Invalidenstr. 3 Berlin/Mitte
„Double-Creation“
Klassik von Dmitri Schostakowitsch, Modest Mussorgsky, Paul Mertens-Pavlowsky
Jazz mit dem Clearing Trio und The River
Djembépercussion mit dem Storm Duo und dem Djembé Ensemble
Eintritt: 12 € / 10 €
So.11.11.2007 10:00uhr Kirche der Gemeinde Grüneberg / Löwenberger Land
„Internationale Festmusiken“
Klassische Werke, Lieder und Tänze aus aller Welt
Eintritt frei
Solisten: Barbara Mader (München) - Violoncello
Vyacheslav Nedosekin (Moskau) - Bayan,
What’s New Orchestra und Moving Home Ensemble:
Klarinette: Bettina Wenkums-Mörtl, Dirk Venzke, Thomas Schwarz-Kock, Lion Laspe; Klarinette und Bassklarinette: Daniel Philippon; Sopran Saxophon: Susanne Kock, Holger Strubelt; Alt Saxophon: Martin Fredebeul, Yves Jest, Sandra Kührig, Natalia Bolotina, Doris Armbruster, Friedrich Wichert, Steffi Klatt; Tenor Saxophon: Thomas Karg, Herbert Larcher, Gabriele Villafuerte, Axel Windfuhr, Wolfgang Jurk; Bariton Saxophon: Conny Ottinger, Regina Seelmeyer, Elmar Kunert; Bass Saxophon: Daniel Ammer; Violoncello: Vittorio Heinemann, Charlotte Mörtl
Oboe: Johanne Braun
Djembé: Janos Crecelius, Jan Sundermeier, Angelika Morbach, Kathrin zur Strassen, Regina Werk, Jule Voosen
Storm Duo: Janos Crecelius, Sunk Pöschl
Clearing Trio: Martin Fredebeul - saxes, Conny Ottinger - voice, Leo Auri - piano
The River: Martin Fredebeul - saxes, Davide Roberts - piano, Johannes Fink - bass, Sunk Pöschl - drums
Dirigent: Paul Mertens-Pavlowsky
Musische Leitung: Martin Fredebeul
Leitung des Moving Home Ensembles: Conny Ottinger
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